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Schrot&Korn 4/02

Einblick


Klare Sicht durch Entspannung

Radikale Gegner üblicher Seh-Hilfen raten fehlsichtigen Menschen unumwunden: „Wirf die Brille weg“. Ihr Credo: Wer seinenAugen Krücken leiht und sie unterfordert, beschleunigt ihren Verfall. Die meisten Augenärzte widersprechen energisch. Schlechte Augen brauchen Unterstützung, sagen sie, sonst setzen sie den gesamten Organismus unter Stress.

Tatsache ist, dass wir unsere Augen stark belasten, durch Kunstlicht, vor dem Bildschirm oder beim Lesen. Und es stimmt auch, dass wir selbst einiges tun können, um dem Nachlassen der Sehkraft vorzubeugen. An dieser Stelle setzt die Hamburger Sehlehrerin Angela Kadereit mit ihrer Audio-CD an. Sie hat fünf Übungen für klares und besseres Sehen entwickelt, die zur „Augen-Entspannung“ beitragen (Bauer Musikverlag, Freiburg 2002, Spielzeit 67:07, 15 Euro, erhältlich im Buchhandel). Die Begleitmusik stammt vom Komponisten und Musikpädagogen Jean-Pierre Garattoni, der auf „bildhafte Klangmalerei“ spezialisiert ist.

Im Stehen, Sitzen und Liegen wird der Übende durch innere und äußere Bilder geführt, die seine verkrampfte Augenmuskulatur lockern und die Wahrnehmung schärfen. Dabei bedient sich die Autorin unterschiedlicher Elemente der Progressiven Muskelentspannung, des Autogenen Trainings oder der Bewegungslehre nach Feldenkrais. Besonders wohl tuend sind die Sequenzen mit der „liegenden Acht“, die den Gesichtskreis erweitern. Zum Schluss geht der Hörer auf eine längere Fantasiereise und begegnet einem stattlichen Adler, dem Symbol für einen scharfen Blick. All dies geschieht spielerisch und ohne Anstrengung. Gesunde wie Kranke können von der kleinen Scheibe profitieren. Besonderes Lob verdient der Sprecher Heiner Heusinger - seine angenehme Stimme macht das Wohlgefühl erst richtig komplett.

Hans Krautstein

Studie beweist: Akupunktur hilft

Bei rund 90 Prozent der Patienten lindert eine Behandlung mit den feinen Nadeln chronische Schmerzen. Das zeigen die bisherigen Ergebnisse der weltweit größten Akupunkturstudie „gerac“. Chronischer Gelenkverschleiß, Kreuzschmerzen oder Migräne – um zu untersuchen, ob Akupunktur wirklich gegen Dauerschmerzen hilft, wurde die Studie ins Leben gerufen. Unter Federführung der Ruhr-Universität Bochum und unterstützt von verschiedenen Krankenkassen mit insgesamt 7,5 Millionen Euro, behandelten Fachärzte über 40.000 Patienten mit den kleinen Nadeln. Zumeist schon nach vier Sitzungen trat eine Besserung ein. Zu unerwünschten Nebenwirkungen kam es so gut wie nie.

Nun beginnt der zweite Teil der Studie, der zeigen soll, wie wirksam die alternative Heilmethode auch auf Dauer im Vergleich zu konventionellen Standardtherapien ist. Indem die Mediziner zwei unterschiedliche Akupunkturbehandlungen anwenden, soll der Placebo-Effekt ausgeschlossen werden: Eine Methode folgt den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin („Verum“-Akupunktur). Die „Sham“-Akupunktur wurde dagegen als Akupunktur an „falschen“ Punkten extra für die Studie entwickelt.

(weitere Infos unter: http://www.gerac.de)

Scharfe Frauennasen

Das weibliche Hormon Östrogen könnte die Geruchsempfindlichkeit schärfen. Das vermuten Wissenschaftler vom Monell Chemical Institute Senses Center in Philadelphia, nachdem sie Frauen und Männern verschiedene Düfte servierten. Während die Frauen ihre Geruchsempfindlichkeit im Laufe der Zeit verfünffachten, reagierten Männernasen nicht sensibler auf die Gerüche. Da der Fortschritt nur bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter auftrat, spielt vielleicht das Sexualhormon Östrogen eine Rolle dabei.

Stechender Mäusedorn

Zur Arzneipflanze des Jahres 2002 wurde der Stechende Mäusedorn (Ruscus aculeatus) gekürt. Damit würdigte der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg seine Wirkung gegen chronische Venenschwäche, an der etwa sechs Millionen Bundesbürger leiden.

Hanföl in der Küche

Öl aus Hanfsamen ist ein Gewinn für die gesunde Küche: Einen ähnlich hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren weist nur Distelöl auf. Die Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren liegen in einem günstigen Verhältnis vor, und die vielen Phytosterine könnten sogar den Cholesterinspiegel senken. Obwohl hitzeempfindlich, ist Hanföl als Salatöl sehr geeignet – ohne Rauschrisiko!


 
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